Presseberichte

28. 02. 2015

VOLLEYBALL - 2. Bundesliga Nord


Glücklich – aber das salzige Popcorn fehlt
Volleyballpaar Paulina und Jakub Brys hat sich in Vechta
eingelebt / Mit der Zahl Sieben ins gemeinsame Glück


Schlagkräftiges Paar: Bei Paulina und Jakub Brys dreht sich alles um Volleyball. Foto: Nuxoll

Die 30-Jährige spielt für Zweitligist VfL Oythe, ihr Mann läuft für Regionalligist DJK Füchtel auf. Sie sind sich immer einig – sogar darin, dass sie nicht zusammen spielen können.

Von Yvonne Nuxoll

Vechta. Als Paulina und Jakub Brys am 7. Juli 2012 heirateten, waren sie sieben Jahre zusammen. Paulina spielte in der 1. Volleyball-Bundesliga bei VT Auribis Hamburg als Diagonalangreiferin und trug die  Rückennummer sieben. Jakub stand bei der SVG Lüneburg in der 2. Volleyball- Bundesliga unter Vertrag – als Diagonalangreifer mit der Rückennummer sieben. Das kann kein Zufall sein? „Doch, ist es“, versichern die zwei und lachen. Mittlerweile spielen beide im Landkreis Vechta. Während die 30-Jährige Kapitänder Volleyballerinnen des VfL Oythe in der 2. Bundesliga Nord ist, ist der 26-Jährige zum Leistungsträger bei der DJK Füchtel in der Regionalliga avanciert. Als das Paar 2013 herkam, wählte Paulina die Rückennummer fünf aus – so wie Jakub auch. Das stellten die beiden jedoch erst hinterher fest.

Das Paar kommt aus Polen und lernte sich 2005 durch seinen damaligen Verein Gwardia Wroclaw kennen. Paulina, die damals noch Gomulka mit Nachnamen hieß, spielte in der ersten polnischen Liga. Jakub Brys lief als Jungspund in der U 18 auf. Montags hatten sie nacheinander Training und wurden aufeinander aufmerksam. Auf einer Party sprach Paulina Jakub an. Das Ende ist bekannt. 2008 hatte sie zwei Angebote aus Deutschland und Spanien vorliegen. „Ich war sicher, dass es in Suhl besser wird, da das Probetraining gut war“, erzählt Paulina Brys. „Außerdem ist Deutschland näher an Polen und so ist es leichter, unsere Familien zu besuchen“, erklärt Jakub Brys, den alle „Kuba“ rufen, die Entscheidung. Die beiden wagten den Schritt: Sie erhielt einen Vertrag beim VfB 91 Suhl, er ging zum VC Gotha in die 2. Liga. Nach zwei Jahren in Suhl schlugen die beiden ihre Zelte dann in Hamburg auf. Im dritten Jahr musste Paulina Brys wegen einer Schleimbeutelentzündung an der Schulter operiert werden. Dabei wurde festgestellt, dass die Verletzung weitaus schlimmer war und sie ein halbes Jahr pausieren musste. „Die Schmerzen werde ich nie vergessen“, erinnert sie sich. Zwei Wochen nach ihrer Operation kam Jakub Brys mit der Diagnose Schleimbeutelentzündung nach Hause: OP, Pause, und das alles nahezu gleichzeitig.

In Hamburg traf Paulina Brys Danuta Brinkmann, ihre jetzige Trainerin beim VfL Oythe. Sie machte ihr das Angebot, nachOythe zu kommen, was sie dann auch tat. Die Entscheidung hat das Ehepaar Brys nicht bereut: „Es gefällt uns wirklich sehr, sehr gut hier“, sagt „Kuba“. Nur einen Haken hat das Leben hier: Die leidenschaftlichen Kinogänger vermissen gesalzenes Popcorn. Weil sie das in den Kinos vor Ort nicht bekommen, fahren sie manchmal nach Osnabrück oder Oldenburg. „Das Popcorn muss salzig sein“, beharrt die 30-Jährige. Ansonsten haben sie sich mit Allem arrangiert. „Wir finden hier alles, was wir brauchen“, erzählt Jakub Brys. Aber: Von ihren Heimatbesuchen bringen sie gerne polnische Spezialitäten wie Wurst oder Getränkemit. Wenn die beiden nicht in der Halle stehen, beschäftigen sie sich zu Hause mit dem runden Leder. Sie reden viel über ihre Spiele und im Fernsehen läuft andauernd Volleyball, egal welche Liga.Auch andere Sportarten kommen nicht zu kurz. „Ich gucke gern die polnische Nationalmannschaft, egal in welcher Sportart“, sagt „Kuba“. Kein Wunder: Bevor er mit 13 Jahren zum Volleyball kam, spielte er erst Fußball, dann war er wie sein Vater Leichtathlet. Paulina hingegen wählte den direkten Weg zum Volleyball. Ihr Vater spielte ebenfalls, wenn auch nicht ganz so erfolgreich wie sie. Und nachdem sie mit acht ein Volleyballspiel im Fernsehen gesehen hatte, meldete ihre Mutter sie im Verein an.

Als die beiden herkamen, wusste der 26-Jährige erst nicht, bei welchem Verein er spielen sollte. „Ich wollte schon gerne wieder in die 2. Liga. Schüttorf war am nächsten dran, aber trotzdem zu weit weg.“ Deshalb schloss er sich der DJK an und hofft nun, dass es eine Etage höher geht. Bei der DJK ist Jakub Brys vom Diagonal- zum Außenangreifer geworden. Seine Frau steht ihm im Positionswechsel in nichts nach: Statt als Diagonalspielerin überzeugt Paulina Brys mittlerweile als Zuspielerin. Einen Unterschied verrät das Ehepaar dann aber doch noch: Sie ist Rechtshänderin, ihr Mann Linkshänder. Und zusammen spielen können sie auch nicht. „Da streiten wir zu viel“, kommentieren sie unisono bisher gescheiterte Mixed-Versuche. Und schon sind sie sich wieder einig.

Quelle: OV 26.02.2015