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20. 05. 2015

FUSSBALL - Landesliga Herren


Lustlose Oyther verspielen ersten Matchball
0:3-Niederlage gegen Holthausen / Vornhagen ärgert
sich über „grausame Leistung“ / Nur zwei Torchancen


Ungleiches Duell: Holthausens kompromissloser Innen-
verteidiger
Lukas Forsting (links) gegen Dustin Beer.
Foto: Schikora

Nach zehn Heimsiegen in Serie drehte Oythe mal wieder eine Nullrunde an der Hasenweide. Emden ist wieder bis auf zwei Punkte am Tabellenzweiten dran.

Von Carsten Boning

Oythe. Es war nur eine kleine Szene am Rande, aber sie passte gestern wie die Faust aufs Auge: Es lief die 73. Minute im Lan­desliga-Spiel zwischen den Fuß­ballern des VfL Oythe und des SV Holthausen/Biene. Schieds­richter Felix Heuer unterbrach plötzlich die Partie, denn dem Ball war die Luft ausgegangen. Ähnlich platt und drucklos wie das Spielgerät präsentierten sich auch die Oyther in ihrem vor­letzten Heimspiel dieser Saison. Mit einer 0:3 (0:2)-Niederlage gegen die Emsländer verpassten es die Oyther, ihre erste Vize­meisterschaft in der Landesliga unter Dach und Fach zu bringen. Stattdessen schrumpfte der Vorsprung auf den Tabellendrit­ten Kickers Emden auf nur noch zwei Punkte. Am Mittwoch (20. Mai, 19.30 Uhr) hat Oythe sei­nen zweiten Matchball für Platz zwei; zu Gast an der Hasenwei­de ist dann der Tabellenvierte SV Wilhelmshaven. „Am Mittwoch wollen wir es besser machen“, erklärte Oythes Trainer Josef Vornhagen. Über den trostlosen Auftritt am Sonn­tag hätte er am liebsten den Mantel des Schweigens gehüllt, ihm fielen allerdings noch ein paar Worte zum „schwächsten Spiel nach der Winterpause“ ein. Vornhagen sprach von einer „grausamen Leistung“ und be­tonte: „Ich hatte das Gefühl, dass die meisten heute einfach kei­nen Bock auf Fußball hatten.“

In der Tat ließ der VfL Oythe gestern so ziemlich alles ver­missen, was nötig ist, um ein Landesliga-Spiel zu gewinnen, um einen engagierten Gegner in die Knie zu zwingen. Oythe spielte lässig und ohne Körper­spannung, die Gastgeber leiste­ten sich unzählige Fehlpässe, die Abspiele landeten im Seitenaus oder direkt beim Gegner. Hinzu kam ein Abwehrverhalten, das fahrig war – zum dritten Mal bin­nen acht Tagen kassierte der Ta­bellenzweite drei Tore in einem Spiel. Und in der Offensive lief herzlich wenig zusammen. Zwei gute Torchancen für Dennis Jex (51.) und Nico Emich (62.) – das war's, kein Vergleich zum Of­fensiv-Feuerwerk beim 5:3-Sieg gegen Türkgücü Osnabrück nur vier Tage zuvor. Für Oythe en­dete damit auch eine beeindru­ckende Heimserie, die letzten zehn Spiele an der Hasenweide hatte der VfL alle gewonnen.

Von einer Fortsetzung dieser Serie waren die Oyther gestern meilenweit entfernt. Der SV Holthausen/Biene, der mit dem „Dreier“ die letzten Zweifel am Klassenerhalt ausräumte, war der Chef im Ring. Mit taktischer Disziplin und hoher Laufbereit­schaft ließ der Gast keine Räu­me zu. Das Zentrum war dicht. Oythe rannte sich mit seinen Kurzpässen und Dribblings im­mer wieder fest und versäumte es, über die Außenpositionen zu kommen. Holthausen zeigte, wie es geht. Das 1:0 von Hendrik Ei­ling wurde über den rechten Flü­gel vorbereitet (7.), das 2:0 von Bernd Krüssel (44.) war eine Ko­pie des Führungstreffers – nur halt über die linke Bahn. Dazwi­schen lag ein 18-m-Knaller von „Bienes“ Torjäger Jan-Hubert El­permann, den Oythes Torwart Willi Heise stark parierte (37.).

In der Halbzeitpause appel­lierte Vornhagen noch mal an die Ehre seiner Spieler, aber auch die eindringlichen Worte in der Ka­bine fanden kein Gehör. Dem kleinen Strohfeuer mit den zwei Chancen für Jex und Emich folg­te die schnelle Rückkehr zur eher lustlosen Spielweise. Vornha­gens Hoffnung auf eine Wende tendierte gen Null. Ein finales Missverständnis zwischen Hei­se und Stephan Stukenborg nutzte Elpermann zum 3:0 (71.). Oythe war platt – der Ball auch.

Quelle: OV 18.05.2015